KELLY SYSTEM

Hier möchten wir euch verständlich erklären, was es mit dem Kelly System auf sich hat und wie man es richtig zur Gewinnmaximierung nutzen kann. Die Kelly-Formel, die die Grundlage des Kelly-Systems bildet, wurde 1956 vom Wissenschaftler John Larry Kelly jr. veröffentlicht.

Die Kelly-Formel hilft mir, meinen Wetteinsatz richtig zu berechnen (Kellyanteil), um meinen Gewinn zu maximieren und einen Totalverlust zu vermeiden.

Dabei ist es wichtig, dass meine positive Gewinnerwartung bei einem Match über der Gewinnerwartung des Wettanbieters liegt.

Ein Beispiel:

Heimsieg: Quote 1,9
Unentschieden: Quote 3,6
Auswärtssieg: Quote 4,7

Wenn der Wettanbieter bei einem Heimsieg eine Quote von 1,9 auszahlt, bedeutet das, dass er (100/1,9 = 52,63) die Wahrscheinlichkeit eines Heimsieges bei 52,6% sieht. Wenn ich nun mit meiner Erfahrung vermute, dass der Sieg der Heimmannschaft mit 60%iger Wahrscheinlichkeit eintritt, kann ich mir meinen Wetteinsatz mithilfe der Kellyformel berechnen.

Hierfür rechne ich wie folgt:
Wetteinsatz = Wettkapital * (meine vermutetet Wahrscheinlichkeit * Quote -1) / (Quote – 1)

Wenn wir ein Wettkapital von € 1000 zur Verfügung haben, hieße das in unserem konkreten Beispiel: Wetteinsatz = 1000 * (0,6 * 1,9 – 1) / (1,9 – 1)

Das ergibt einen Wetteinsatz von € 155,5

Das Wettbudget wird beim Kelly System dynamisch angepasst. Das heisst, bei einem Sieg der Heimmannschaft, haben wir ein neues Budget von € 1155,5 zur Verfügung, von dem wir unseren nächsten Wetteinsatz berechnen. Wenn die Heimmannschaft verliert, berechnen wir unseren neuen Wetteinsatz von € 844,5.

Wie sehen, dass wir bei einem Full-Kelly, der Einsatz sehr hoch ist und in diesem Fall schon 15% unseres gesamten Wettbudgets aufgewendet werden müssten.

Es wird deshalb in der Praxis oft ein 1/4 oder ein 1/10 Kelly gesetzt. Also z.B. nur 155,5 / 4 = € 38,9

Das Kelly System macht nur Sinn, wenn man auf Value-Bets setzt. Also man die Wahrscheinlichkeit des Eintritts eines Sieges positiver sieht, als das Wettbüro. Das zu erkennen und die vermutete Wahrscheinlichkeit richtig einzuschätzen ist allerdings sehr schwierig und setzt viel Erfahrung und Wissen voraus.